Fachartikel: Mobilisation statt Bettlägerigkeit

11.Mai 2017 https://www.pflegen-online.de/mobilisation-bewegung-statt-bettlaegerigkeit

 

Angelika Zegelin, emeritierte Professorin an der Universität Witten/Herdecke, beschreibt in einem Phasenmodell u. a., wie es zu
Bettlägerigkeit und Immobilität kommen kann.


Mangelnde Beweglichkeit und fehlende Muskelkraft ist bei älteren Menschen die Hauptursache für Stürze. Bettlägerigkeit oft die Folge. Mobilisation heißt daher das Zauberwort - und der Auftrag an die Pflegenden. Nur ein beweglicher Körper ist in der Lage, in gefährlichen Situationen schnell zu reagieren. Wer also wenig beweglich ist, ist sturzgefährdeter, denn weniger Bewegung bedeutet auch weniger Muskelkraft. Genau das ist bei älteren Menschen die Hauptursache für Stürze.


Phasenmodell – von der Unsicherheit bis zur vollständigen Abhängigkeit
Phase 1: Instabilität, gekennzeichnet durch Unsicherheit, zunehmende Beschränkung auf die Wohnung/das Zimmer. Angst und
Vorsicht, Eingreifen von Pflegenden.
Phase 2: Ereignis (= Sturz). Auslösender Moment, der zu einer Verschlechterung der Beweglichkeit führt. Ein Ereignis im Sinne
von Zegelin kann aber auch eine freiheitseinschränkende Maßnahme sein.
Phase 3: Immobilität im Raum. Die Bewegungseinschränkung erhöht sich. Die Betroffenen verweilen lange an einem Ort. Der
Transfer Bett/Rollstuhl wird mühsamer, ist nur noch mit Unterstützung möglich.
Phase 4: Ortsfixierung. Der Betroffene kann ohne Hilfe nicht mehr den Ort wechseln. Die Abhängigkeit von Pflegenden steigt.
Das aber bedeutet weiteren Mobilitätsverlust.
Phase 5: Immobilität. Das Bett wird nicht mehr oder nur noch stundenweise verlassen. Verlust von Handlungsmöglichkeiten.
Völlige Abhängigkeit von Hilfe und oft Verlust von Privatsphäre.
Die abnehmende Beweglichkeit führt also nicht nur zu größerer Abhängigkeit, sondern sogar bis zur kompletten Abhängigkeit. Damit sinkt die Möglichkeit auf freie Entfaltung der Persönlichkeit stetig. Wer bettlägerig ist, ist abhängig. 

 

Pflegerische und physiotherapeutische Maßnahmen zur Erhaltung der Mobilität tragen nicht nur dazu bei, elementare Grundlagen der selbständigen Lebensführung zu erhalten. Sie leisten auch einen wichtigen Beitrag zur Verhinderung der Entstehung neuer Funktionseinbußen und gesundheitlicher
Störungen, die ihrerseits auf die Mobilität rückwirken und somit einen Prozess befördern, der in eine weitgehende Abhängigkeit von pflegerischer Hilfe führt.“

 

Die Mobilisation fördert die Bewegungsfähigkeit der Patienten. Sie umfasst

  1.  zum einen gezielte Bewegungsübungen, damit der Betroffene wieder in die Lage versetzt wird, selbstständig aufzustehen und sich zu bewegen;
  2. zum anderen das Ziel, zusätzliche Probleme (Dekubitus, Thrombose, Kontrakturen etc.) zu verhindern.

Stand 12.9.2019:

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